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Stummfilme / Musiker

Der letzte Mann

[F. W. Murnau, D 1924]

Wie kann es gelingen, das Unglück eines Menschen nicht nur zu beobachten, sondern zu fühlen? Wie also können wir in die Haut eines anderen schlüpfen? „Der letzte Mann“ ist das Drama eines Mannes, dessen heile Welt mit dem Verlust von Arbeitsstelle und Ansehen zusammenbricht. Emil Jannings spielt den Chefportier eines Palasthotels, der aufgrund seines Alters zum Toilettenwärter degradiert wird. Eine ganze Welt geht entzwei. Zunächst kann er die Demütigung vor seiner Familie geheim halten, doch schließlich kommt die Wahrheit ans Licht.

So ergreifend Jannings diese Rolle verkörpert, so wenig wäre doch der ganze Film ohne die „entfesselte Kamera“, die in „Der letzte Mann“ radikal eingesetzt wird: Sie kriecht gleichsam in die Seele der Hauptfigur hinein und fasst ihre Ängste und eitlen Hoffnungen in bizarre Bilder. Sie jubiliert, sie taumelt, sie stürzt. Hier ist eine Experimentierfreude am Werk, die dem Kino ganz neue Möglichkeiten des Erzählens erschließt und die Filmästhetik bis heute prägt. Für den Regisseur Murnau, den Schauspieler Jannings und den genialen Kameramann Karl Freund bedeutete der Erfolg des Films ihre Fahrkarte nach Hollywood.

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Bilder mit freundlicher Genehmigung von:
Stiftung deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen Berlin

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