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Glossar

Stummfilme / Musiker

Nachtgestalten

Hans Steinhoff, D 1929, ca. 100 min

Der Krimi „Nachtgestalten“ ist eine atemlos inszenierte deutsch-englische Koproduktion, ein schnell gedrehter Genrefilm. Daß diese Routinearbeit mit starken Szenen in Erinnerung bleibt, liegt am Können von Hans Steinhoff (1882-1945). Während Steinhoff heute immer noch eine traurige Berühmtheit als Vorzeigeregisseur im Dritten Reich genießt, sind seine Filme vor 1933 zu Unrecht vergessen.

In den Revuepalästen des Londoner West End und den verrauchten Spelunken von Soho spielt die Krimihandlung von „Nachtgestalten“. Hier die glanzvolle Welt des Showbusiness, dort das Elend, die Enge und die Ausweglosigkeit. Ein Millionär (Kurt Gerron) wird ermordet, der Verdacht fällt auf einen erfolgreichen Schlagerkomponisten (Jack Trevor). Im Milieu der Straßenmädchen und Kriminellen findet er ein Versteck, doch der echte Mörder ist ihm auf den Fersen. Nur mit Hilfe einer mutigen und sehr patenten jungen Frau (Mabel Pulton) gelingt es, das Verbrechen aufzuklären. Der Komponist und seine Retterin finden zusammen. Doch der Mörder ist noch nicht hinter Gittern. So rückt zum Schluß der ebenso bösartige wie armselige Mörder Beck (Clifford McLaglen) ins Zentrum der Geschichte. Mit der Polizei liefert er sich in der Chinatown einer atemberaubenden Schießerei, über den die „Vossische Zeitung“ im Februar 1929 schreibt: „Das Ende ist unhappy und entläßt mit der ganzen maßlosen Spannung, die die Chinatown-Geschichte vom Verbrecher Beck ausgelöst hat. Eine untilgbare Angst bleibt an Stelle billiger Lösung.“

Eine echte Wiederentdeckung: Der Film galt lange Zeit als verschollen. Seit seiner Wiederentdeckung und aufwendigen Restaurierung durch das Bundesarchiv-Filmarchiv ist der Film weltweit erst zwei mal aufgeführt worden. Einmal von uns:

StummfilmKonzerte bringt die Berliner Erstaufführung!
(babylon, 17. März 2006)

In Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv Filmarchiv.

Bilder: Bundesarchiv-Filmarchiv

Hinweis: Dies sind die einzigen Bilder dieses Filmes im Internet. Sie stammen nicht aus dem Film direkt, sondern von historischen Bildkarten, die am Set photographiert wurden und damals sehr populär waren (sog. "stills").

StummfilmKonzerte - Stummfilm mit Livemusik

Unsere Hauptpartner: Bundesarchiv-Filmarchiv - Deutsche Kinemathek Museum für Film und Fernsehen - Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung - Transit Film - Berliner Fenster

Seit 2010 druckt StummfilmKonzerte sämtliche Drucksachen CO2-neutral mit Print-CO2-Kompensation.

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